CyberSecurity-Verbund LSA II - Workshop

von HS Harz

Am Informatik-Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) fand am 20. Februar 2025 der erste CyberSecurity-Verbund LSA II Workshop statt. Die Partner des CyberSecurity-Verbundes Sachsen-Anhalt II präsentierten ihre individuellen Forschungsschwerpunkte und gewährten wertvolle Einblicke.

Blick auf den Innenhof des Informatik-Instituts
Blick auf den Innenhof des Informatik Instituts; Foto: HS Harz | Marlies Gollnick

Zunächst führte eine Besichtigung durch die Räumlichkeiten des Informatik-Bereichs des CyberSecurity-Verbunds Sachsen-Anhalt II an der MLU. Der Rundgang führte zunächst in das IT-Sicherheitslabor mit einem separaten Netzwerkbereich, der zur Analyse der Verbreitung und des Verhaltens von Schadsoftware dient, vorbei an historischen Exponate der Computertechnik, zu Unterrichtsräume und dem KI-Rechenleistungszentrum des Fachbereichs Informatik. Letzteres wird unter anderem im Teilprojekt des Verbundpartners für die KI-basierte Netzwerkanalyse zur Erkennung von Angriffen eingesetzt.

Exponate aus der Historie der Computertechnik; Foto: HS Harz | Marlies Gollnick

KI-Rechenkapazitätszentrum; Foto: Hochschule Harz | Marlies Gollnick
KI-Rechenkapazitäts-Zentrum; Foto: HS Harz | Marlies Gollnick

Eindrücke vom Rundgang; Foto: HS Harz | Marlies Gollnick

Anschließend stellten die Verbundpartner in Vorträgen ihre jeweiligen Forschungsthemen und -ansätze vor. Als erstes boten die Verbundpartner der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg einen Einblick in ihre Arbeit. der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Erkennen neuer Angriffsfelder durch KI-generierte und -unterstützte Angriffe und vernetzte Applikationen, sowie der Verbesserung von Schutzmaßnahmen unter massiver Nutzung KI-gestützter Methoden. Für letzteres erforschen und erarbeiten sie neue praxistaugliche Schnittstellen für den Einsatz von KI-Methoden unter technisch und personell beschränkten Ressourcen. Im vorgestellten Ansatz werden zunächst anonymisierte Netzwerkdaten in einer kommunalen Verwaltung gesammelt, vorgefiltert und zusammengefasst um diese anschließend an die MLU zu senden. Dort können sie mit der hohen Rechenkapazität des KI-Rechenkapazitäts-Zentrums des Informatik Fachbereichs der MLU analysiert werden und zum Aufbau von passenden KI-Modells genutzt werden. Ein so traniertes KI-Modell kann anschließend wiederum in der kommunalen Verwaltung für ein System zur Angriffserkennung genutzt werden. Ein weiter Schwerpunkt in der Forschung der Arbeitsgruppe der MLU liegt in der Untersuchung von Verbesserungsmöglichkeiten für Netzwerkanwendungen durch den Einsatz von Free/Libre Open Source Software (FLOSS) z. B. private Cloud.

Zuhörer; Foto: Hochschule Harz | Cathleen Sondermann
Zuhörer; Foto: HS Harz | Cathleen Sondermann

Der Verbundpartner der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) des CyberSecurity-Verbundes Sachsen-Anhalt II setzt seinen Schwerpunkt im Bereich praxistaugliche Open-Source-Lösungen zur Förderung der digitalen Souveränität mit IT-Sicherheit, Datenschutz und Nachhaltigkeit. Ziel ist es, die Nutzer und Nutzerinnen mit sicheren und frei verfügbaren Open-Source-Programmen zu unterstützen, um Cyberangriffe präventiv zu erkennen und abzuwehren. Zu diesem Themenfeld wurde eine Analyse zu OpenSource-Lizenz-Modellen und den Vor- und Nachteilen der jeweiligen Lizenzen durchgeführt udn vorgestellt.

Des Weiten berichteten die Verbundpartner der OVGU vom Forschungsprojekt "ATTRIBUT". Dieses befasst sich mit der Erforschung verdeckter Kommunikation und sogenannten stenografischen Kanälen. Unter Steganografie wird die versteckte Speicherung bzw. Übermittlung von Informationen verstanden. An dem "ATTRIBUT" Projekt sind neben der OVGU, die MLU, die Hochschule Worms, die Technische Hochschule Brandenburg und die Hochschule für öffentlichen Dienst in Bayern beteiligt.

An der Hochschule Harz (HS Harz) widmet sich die CyberSecurity-Verbund LSA II Gruppe den sicherheitstechnischen Verbundarchitekturen. Die Schwerpunkte liegen insbesondere auf Identitätsmanagement, Zugriffskontrollen und Vertrauenswürdigkeitsprüfungen, die ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten. Der Untersuchungsfokus konzentriert sich auf die Erforschung von Sicherheitsverfahren und Vertrauensmechanismen für Anwendungen und Infrastrukturen mit hohem Sicherheitsniveau. Mit der Verabschiedung der EIDAS 2.0-Verordnung der Europäischen Union im Frühjahr 2024 wurde die verbindliche Einführung einer europäischen Digitalen Brieftasche (EUDI-Wallet) und des entsprechenden Ökosystems beschlossen. Die Kooperationspartner der HS Harz präsentierten erste Forschungsergebnisse in Form eines Demonstrators für die Ausstellung elektronischer Lernnachweise und diskutierten sowohl die Potenziale der EUDI-Wallet als auch die Herausforderungen, die sich für die verschiedenen Beteiligten ergeben.

Vortrag Hochschule Harz; Foto: Hochschule Harz | Cathleen Sondermann
Vortrag Hochschule Harz; Foto: HS Harz | Cathleen Sondermann

Im Anschluss an die detaillierten Präsentationen entwickelte sich eine lebhafte Debatte, bei der die Teilnehmer ihre Meinungen und Erkenntnisse zu den vorgestellten Inhalten austauschen konnten. Diese fruchtbaren Diskussionen boten eine wertvolle Gelegenheit, die facettenreichen Ansätze und Forschungsstränge der Verbundpartner miteinander zu verknüpfen und weiterzuentwickeln. Auch die Weiterführung der Kooperationen stand im Fokus, wobei die Anwesenden zukünftige Zusammenarbeit erörterten und anstehende Termine festlegten. Insgesamt wurde der Workshop als äußerst erfolgreich bewertet, da er sowohl den Austausch innovativer Ideen als auch die Stärkung der bestehenden Partnerschaften förderte.

Gruppenbild; Foto: Otto von Guericke Universität Magdeburg | Robert Altschaffel
Gruppenbild; Foto: OVGU | Robert Altschaffel